Kurz notiert
Kurz notiert
Hermine Heusler-Edenhuizen-Preis für Jella Voelter
Jella Voelter erhält den Hermine Heusler-Edenhuizen-Preis für ihre Forschung über das Berührungsempfinden von Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Sie hat gezeigt: Das Gehirn von Betroffenen verarbeitet Reize anders.
Umarmungen, Schulterklopfen oder tröstendes Streicheln – was viele Menschen als angenehm empfinden, sorgt bei Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) häufig für Ablehnung. Die Doktorandin Jella Voelter von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Karl-Jaspers-Klinik (Universitätsmedizin Oldenburg/UMO) hat untersucht, wie Betroffene Berührungen empfinden und was sich dabei in ihrem Gehirn abspielt. Das Ergebnis: Die Gruppe der Menschen mit BPS zeigen eine deutlich negativere Einstellung gegenüber sozialer Berührung, als die Vergleichsgruppe. Als soziale Berührungen gelten beabsichtigte Körperkontakte zwischen zwei Menschen. Auch in Hirnscans zeigten sich Unterschiede: Die Inselrinde, die körperliche Empfindungen unter anderem mit Emotionen verknüpft, zeigte bei der BPS-Gruppe bei solchen Berührungen weniger Aktivität als bei der Vergleichsgruppe. Aus diesen Ergebnissen könnten sich neue Therapieansätze ergeben.
Für ihren Artikel „A Neural Signature of Touch Aversion and Interpersonal Problems in Borderline Personality Disorder”, den sie im vergangenen Jahr in „Psychotherapy and Psychosomatics“ veröffentlicht hat, erhält Voelter jetzt den Hermine Heusler-Edenhuizen-Preis. Mit diesem Preis würdigen die Freunde und Förderer der Universitätsmedizin Nordwest und die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften Publikationen in international angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Für einen Forschungsaufenthalt ist Voelter gerade in Schweden. Sie schickte eine Videobotschaft. Prof. Dr. Dr. René Hurlemann, Direktor der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm den Preis für sie entgegen.
Herzstiftung zeichnet Bastian Schrader aus
Die Deutsche Herzstiftung hat Dr. Bastian Schrader von der Universitätsklinik für Innere Medizin – Kardiologie am Klinikum Oldenburg mit dem Wissenschaftspreis der Kurt und Erika Palm-Stiftung ausgezeichnet. Schrader erhält den mit 6.000 Euro dotierten Preis für seine Forschung rund um ein spezielles Bewegungsangebot für Menschen, die einen Myokardinfarkt erlitten haben: In einer Fitkick-Liga spielen die Teilnehmenden eine spezielle Fußballvariante, die besonders für Herzpatient*innen geeignet ist. Dass sich diese Art des Sports positiv auf ihre Gesundheit auswirkt und etwa für Gewichtsverlust, eine höhere Leistungsfähigkeit sowie einem geringeren Bedarf nach Medikamenten, die den Blutdruck oder den Blutfettspiegel senken, hat er mit der jetzt ausgezeichneten Studie „My 3F – Fit & Fun mit Fußball nach Myokardinfarkt“ gezeigt.
Posterpreis für Maarten Weiß
Maarten Weiß, Medizinstudent und Doktorand in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Oldenburg, ist bei der 52. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin mit dem GNPI-Posterpreis ausgezeichnet worden. Die Gesellschaft würdigt damit die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit. Weiß gehört zum Team der RisikO-Studie am Klinikum Oldenburg, das nach Risikogeburten das Nabelschnurblut und Plazentaproben untersucht. Ihr Ziel: Biomarker finden, mit denen sie den weiteren Entwicklungsverlauf des Kinders voraussagen können. Weiß hat den Prozess der Probenentnahme und des -transports analysiert und optimiert. Mit Erfolg: 95 bis 99 Prozent der Proben sind jetzt nach der Entnahme nutzbar. Vor der Optimierung waren es nur 65 Prozent. Der Posterpreis ist mit 250 Euro dotiert.
Das Team der Universitätsklinik war mit einer 16-köpfigen Delegation zur Jahrestagung nach Mannheim gereist. Dort berichteten die Forschenden in sechs Vorträgen und mit neun Postern über aktuelle Ergebnisse ihrer Arbeit. Dazu zählt unter anderem das Projekt „Intersektorale Versorgung vulnerabler Gruppen“, das die Versorgung Frühgeborener in den Fokus rückt, und das Projekt „2see2act2gether“, das den Einfluss einer musikpädagogischen Intervention auf Kinder untersucht, die bei einer Risikogeburt zur Welt gekommen sind.
Forschungsförderung für Cassie Short
Die Psychologin Dr. Cassie Short erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine dreijährige Förderung für ihr Projekt „ A systematic analysis of Event-Related Brain Potential parameterisations for Individual Differences Research (ERP4IDR)“. In der Abteilung Psychologische Methoden und Statistik untersucht sie neue Methoden, mit denen sich die mittels Elektroenzephalografie gemessenen Hirnreaktionen auf äußere Reize analysieren lassen. Ihr Fokus liegt dabei auf personenspezifischen Ansätzen, die es erlauben, solche ereignisbezogenen Hirnaktivitäten bei einzelnen Personen oder einzelnen Versuchsdurchläufen zu analysieren. Bislang werden oft dieselben Parameter auf eine ganze Versuchsgruppe angewendet. Anhand empirisch erhobener und simulierter Daten will Short einen Algorithmus entwickeln, der den individuellen Unterschieden zwischen Personen Rechnung trägt und damit die Präzision und Reproduzierbarkeit der EEG-Forschung auf diesem Gebiet verbessern.
Plattform für Forschende aus Groningen und Oldenburg
Unter meetandcollab.uol.de bietet eine neue Plattform einen Überblick über die zahlreichen Forschungsbeziehungen zwischen den Universitäten Oldenburg und Groningen beziehungsweise dem Universitair Medisch Centrum Groningen. Interessierte können die Seite nutzen, um bestehende Kooperationen und Forschungsnetzwerke kennenzulernen und Forschende für neue Partnerschaften zu finden.
Was Pflege in Südafrika bedeutet
Die Oldenburger Pflegewissenschaftlerin Rebecca Palm hat neue Kontakte nach Südafrika geknüpft. Davon profitieren sollen Oldenburger Studierende – und die Pflege von Menschen mit Demenz in Südafrika.
Seit mehr als 50 Jahren bildet das Department für Pflegewissenschaft, das heute Teil der Nelson Mandela University ist, Pflegefachpersonen auf Bachelor-Niveau aus. „In Südafrika spielen Pflegefachpersonen eine sehr wichtige Rolle in der Grundversorgung“, sagt Prof. Dr. Rebecca Palm. Gerade ist die Pflegewissenschaftlerin der Universität Oldenburg aus Gqeberha zurückgekehrt, wo sie gemeinsam mit Doktorandin Johanna Seiters die Oldenburger Partneruniversität besucht hat, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Vor Ort stellte sie überraschende Gemeinsamkeiten zwischen Südafrika und Deutschland fest – aber auch gravierende Unterschiede.
Jetzt für den 8. Lauf der Allgemeinmedizin anmelden
Bereits zum 8. Mal organisiert die Abteilung Allgemeinmedizin am Department für Versorgungsforschung eine gemeinsame Teilnahme am Oldenburg Marathon, der am 25. Oktober stattfindet. Studierende, Mitarbeitende, Forschende und Freunde der Universitätsmedizin Oldenburg sind ebenso wie Einzelpersonen und Teams aus den Lehrpraxen eingeladen, im Trikot der Allgemeinmedizin mitzulaufen.
Wer mitmachen will, erhält alle Informationen unter: https://uol.de/allgemeinmedizin/lauf-der-allgemeinmedizin