• Andreas Philippi hat den symbolischen Scheck im Beisein von Landtagspräsidentin Hanna Naber (r.), Landtagsabgeordnetem Ulf Prange (3.v.l.) und Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (2.v.r.) an Andrea Morgner-Miehlke (l.) und Rainer Schoppik (3.v.r.) vom Vorstand des Klinikums überreicht. Klinikum Oldenburg

Für schnelle Wege in der Herz-Notfallversorgung

Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi war zu Gast im Klinikum Oldenburg. Im Gepäck hatte er einen Förderbescheid über 18 Millionen Euro für das Herz-Notfall-Zentrum (HNZ).

Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi war zu Gast im Klinikum Oldenburg. Im Gepäck hatte er einen Förderbescheid über 18 Millionen Euro für das Herz-Notfall-Zentrum (HNZ).

Der Wind weht kräftig über das Dach des neuen Herz-Notfall-Zentrums. Genau dort werden ab Mitte 2027 Rettungshubschrauber landen und schwerkranke Patientinnen und Patienten in wenigen Schritten in die Notaufnahme gebracht. Das Klinikum nutzte Philippis Besuch, um den neuen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Herz-Notfall-Zentrums erstmals offiziell zu begehen. Bislang landen die Rettungshubschrauber auf einem nahegelegenen Landeplatz, von dem Patientinnen und Patienten über einen kurzen Straßenweg weiter ins Klinikum transportiert werden. Künftig führt der Weg über einen Fahrstuhl vom Dach direkt ins Notfallzentrum im Erdgeschoss.

Die jetzt übergebenen 18 Millionen Euro sind Teil des ersten Finanzierungsschrittes des Landes für das Herz-Notfall-Zentrum (HNZ), für das das Land Niedersachsen in einer ersten Tranche insgesamt 145 Millionen Euro bereitstellt. Bis zur Inbetriebnahme wird es noch einen zweiten abschließenden Finanzierungsschritt geben. Gemeinsam mit dem Perinatalzentrum Level 1 wird damit eines der größten öffentlichen Klinikbauvorhaben der Geschichte Oldenburgs realisiert. 

„Insbesondere Im Herz-Notfall-Zentrum müssen Abläufe zuverlässig funktionieren. Schließlich können in der Akutmedizin oft wenige Minuten entscheidend sein. Deswegen unterstützt die Landesregierung den Aufbau regional zentraler Strukturen, die diese Zeitgewinne im Alltag ermöglichen“, sagt Sozialminister Dr. Philippi.

Im Neubau arbeiten künftig Notaufnahme, Chest-Pain-Unit, Herzkatheterlabore, OP-Bereiche und Intensivstationen Tür an Tür. Der neue Heliport auf dem Dach ermöglicht erstmals die direkte Übergabe von Luftrettungspatienten in das Notfallzentrum. „Man kann Pläne zeichnen und Zahlen addieren, aber am Ende geht es um Menschen“, ergänzt Rainer Schoppik, Kaufmännischer Vorstand des Klinikums Oldenburg. „Diese Förderung hilft uns, ein hochkomplexes Projekt stabil und verlässlich umzusetzen. Dass wir dabei noch im Zeit- und Kostenrahmen liegen, ist kein Zufall, sondern Ergebnis klarer Entscheidungen und guter Zusammenarbeit.“ Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die frühe Einbindung der von Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräften, Logistik, Technik und Verwaltung.

Auch aus medizinischer Sicht bringt das Herz-Notfall-Zentrum spürbare Veränderungen. „Wir bündeln im HNZ alle zentralen Bereiche der Akut-, Intensiv- und Herzmedizin – von der Notaufnahme bis zur hochspezialisierten OP“, erklärt Prof. Dr. Andrea Morgner-Miehlke, Medizinische Vorständin. „Kurze Wege bedeuten weniger Übergaben, weniger Reibungsverluste und mehr Sicherheit für Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig entstehen Strukturen, die für eine moderne universitätsmedizinische Versorgung essentiell sind.“

Den größten Teil der Finanzierung trägt das Land Niedersachsen. Zu Projektbeginn hatte die Stadt Oldenburg eine Kreditbürgschaft übernommen. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Das Herz-Notfall-Zentrum stärkt die medizinische Daseinsvorsorge für die gesamte Region. Es ist ein wichtiger Baustein für einen universitären Klinikstandort.“

Das Herz-Notfall-Zentrum soll Anfang 2027 baulich fertiggestellt werden. Im Sommer 2027 soll der erste Patient aufgenommen werden. Insgesamt entstehen hier 296 Betten, moderne OP- und Intensivkapazitäten sowie ein leistungsfähiges Notfallzentrum für die Region. Mit dem Förderbescheid setzt das Land Niedersachsen einen weiteren Schritt in einem langfristig angelegten Bau- und Entwicklungsprozess um. Ziel bleibt eine Notfallversorgung, die vorbereitet ist, wenn jede Minute zählt.