Mehr als 250 hausärztliche Praxen aus dem westlichen Niedersachsen öffnen regelmäßig ihre Türen für Medizinstudierende der Universität Oldenburg, damit diese dort praktische Einblicke in den Arbeitsalltag von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten erhalten. Jetzt kommen gut 20 neue Standorte hinzu: Prof. Dr. Michael Freitag, Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Oldenburg (UMO), begrüßte sie gestern beim Tag der Lehrpraxen in Oldenburg. Die jährliche Veranstaltung dient dazu, Lehrärztinnen und Lehrärzte für die Ausbildung von Medizinstudierenden zu schulen. Je nach Fortbildungsstand können die Praxisteams Hospitationen oder Blockpraktika anbieten beziehungsweise Studierende im Rahmen ihres Praktischen Jahres (PJ) am Ende des Studiums ausbilden.
Seit diesem Jahr trägt die Veranstaltung einen neuen Namen: Der „Tag der Lehrpraxen“ löst den „Lehrärztetag“ ab. „Damit tragen wir der Tatsache Rechnung, dass das Angebot, das Lehrpraxen unseren Studierenden machen, immer eine Leistung des gesamten Praxisteams ist“, erklärt Freitag. Die nichtärztlichen Mitarbeitenden sind daher ebenfalls ausdrücklich zur Fortbildung und Diskussion eingeladen. Freitag freute sich über mehr als 20 Medizinische Fachangestellte (MFA), die sich erstmals schulen ließen. „Mit der steigenden Zahl an Medizinstudierenden – ab jetzt kommen jährlich 200 neue hinzu – wird auch der Bedarf an Lehrpraxen, die Einblicke in ihre Arbeit geben, noch größer“, sagte er. Umso erfreulicher sei es, dass es im Nordwesten so viele engagierte Lehrpraxen gibt: Der Tag der Lehrpraxen hatte eine Rekordbeteiligung von rund 100 Personen.
Neben den Fortbildungsmöglichkeiten bot der Tag der Lehrpraxen wieder Einblicke in aktuelle Themen. Prof. Dr. Jasmina Sterz, Hochschullehrerin für Medizinische Ausbildung und Ausbildungsforschung an der UMO, sprach über Vorteile und Herausforderungen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Lehre. Anschließend diskutierten Ärztinnen und Ärzte aus dem Lehrpraxennetzwerk darüber, wie sie Digitalisierung und KI bereits in ihrem Arbeitsalltag einsetzen oder in der Zukunft einsetzen könnten.