• Rund 3.000 Menschen arbeiten in den vier Krankenhäusern der Universitätsmedizin Oldenburg. Evangelisches Krankenhaus Oldenburg / Volker Kunkel

  • Rebecca Palm (r.) und Lena Juraschek gehören zum Organisationsteam des 1. Oldenburger Pflegesymposiums. Universität Oldenburg / Sonja Niemann

Keine Spitzenmedizin ohne Spitzenpflege

Beim 1. Oldenburger Pflegesymposium steht allein die Pflege im Mittelpunkt. Hinter der neuen Veranstaltung steckt der Wunsch nach mehr Vernetzung. Davon profitieren am Ende auch Patientinnen und Patienten.

Rund 3.000 Menschen arbeiten in den vier Krankenhäusern der Universitätsmedizin Oldenburg in der Pflege. Für die erfolgreiche Entwicklung der Universitätsmedizin Oldenburg spielen sie eine entscheidende Rolle, sagt Prof. Dr. Rebecca Palm, Pflegewissenschaftlerin am Department für Versorgungsforschung. „Universitätsmedizin hat immer auch den Anspruch, Spitzenmedizin zu bieten – und Spitzenmedizin funktioniert nicht ohne Spitzenpflege“, betont sie. 

Gemeinsam mit Verantwortlichen aus den Pflegebereichen von Klinikum Oldenburg, Evangelischem Krankenhaus Oldenburg, Karl-Jaspers-Klinik und Pius-Hospital Oldenburg will sie die Pflegenden jetzt über die Häusergrenzen hinweg besser vernetzen und gleichzeitig deren Identifikation mit der UMO stärken. Den Anfang macht das 1. Oldenburger Pflegesymposium, das am 26. November in der alten FleiWa stattfindet –bereits nach wenigen Wochen waren die 150 Teilnehmerplätze vergeben. 

„Ich glaube, es herrscht eine große Neugier, die UMO und ihre Bedeutung für die Pflege besser zu begreifen“, sagt Lena Juraschek. Seit einem halben Jahr arbeitet die Pflege- und Gesundheitsmanagerin als Pflegeentwicklerin im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg und hat das bevorstehende Symposium mitorganisiert. Neben wissenschaftlichen Vorträgen von Gästen aus der Jade Hochschule und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gestalten das Programm verschiedene Pflege-Expertinnen und Experten aus den vier Krankenhäusern. Sie sprechen etwa darüber, ob Flüssigkeitsaufnahme vor einer OP tatsächlich problematisch ist, berichten von den Herausforderungen, mit verschiedenen Berufsgruppen in einem Team zusammenzuarbeiten oder erklären, wie in ihrem Haus eine Pflegevisite abläuft. „Die Themen sind relevant und bieten gleichzeitig die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeitsweisen und aktuellen Themen der anderen Häuser zu bekommen“, erklärt sich Juraschek die große Nachfrage. 

Palm will das Symposium nutzen, um deutlich zu machen, welche Rolle die Pflegenden der vier Krankenhäuser für die UMO spielen – und umgekehrt. Aufgrund des besonderen Oldenburger Modells herrscht zwischen ihnen und der Universität eine gewisse räumliche Entfernung und anders als die Ärztinnen und Ärzte sind Pflegepersonen auch nicht unmittelbar an die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften angebunden. „Trotzdem verändert Universitätsmedizin auch ihren Arbeitsalltag und die Pflegepersonen wirken unmittelbar an der Universitätsmedizin mit: Studierende sind im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung auf der Station und es findet dort zunehmend auch Forschung statt“, erklärt Palm. „Es ist wichtig, dass auch die Pflege in dieser Entwicklung ihren Platz findet.“ 

Der Impuls für das Symposium kam aus dem Netzwerk der Advanced Practice Nurses, das seit drei Jahren Oldenburger Pflegefachpersonen mit akademischem Hintergrund zusammenbringt. Ein Organisationsteam mit Mitarbeitenden aus Universität und Krankenhäusern hat daraufhin das Pflegesymposium auf die Beine gestellt. Es soll auch den Impuls für eine weitere Vernetzung der Pflegenden innerhalb der UMO geben. „Meistens sind es ja die gleichen Themen, die in allen Häusern diskutiert werden – ausgelöst zum Beispiel durch Gesetzesänderungen oder neue Leitlinien. Andere Themen wie Dekubitus-Prophylaxe, Delirerkennung und Wundversorgung sind Dauerbrenner-Themen und beschäftigen Pflegende in allen Häusern“, berichtet Juraschek. Von den Erfahrungen der anderen zu lernen könne den Pflegefachpersonen bei der Arbeit helfen – und damit letztlich die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessern.

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