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  • Supreet Arabi im Labor mit weißem Kittel, pipettiert etwas an der Sterilbank.

    Im Labor des Neurowissenschaftlers James Uney hat Supreet Arabi gelernt, zerebrale Organoide herzustellen. Supreet Arabi

  • Supreet Arabi mit schwarzer Jacke, dunklen Locken und Brille lächelt freundlich in die Kamera. Urbane Umgebung mit Brücke und hohen Gebäuden.

    Doktorand Supreet Arabi hat einen Forschungsaufenthalt an der Universität Bristol absolviert. Supreet Arabi

Im Gepäck: ein neues Verfahren und neue Freunde

Sechs Monate hat Supreet Arabi an der Universität Bristol (GB) verbracht, um ein wichtiges Verfahren zu lernen: zerebrale Organoide herzustellen. An diesen Zellstrukturen will er eine bestimmte Form der Gehirnblutung untersuchen. 

Sechs Monate hat der Doktorand Supreet Arabi an der Universität Bristol (Großbritannien) verbracht, um ein wichtiges Verfahren zu lernen: zerebrale Organoide herzustellen. An diesen organähnlichen Zellstrukturen will er eine bestimmte Form der Gehirnblutung untersuchen, die besonders häufig bei Frühgeborenen auftritt. Mit zurück nach Oldenburg bringt der Molekularbiologe viele neue Erfahrungen.

Mehr als 30.000 Studierende zählt die renommierte Universität Bristol - und ist damit rund doppelt so groß wie die Universität Oldenburg. Die Größe der rund 120 Jahren alten Universität hat auch den Alltag von Supreet Arabi während seines Auslandsaufenthalts geprägt. An der Universität Oldenburg promoviert er gerade in der Arbeitsgruppe Perinatale Neurobiologie von Prof. Dr. Axel Heep und besuchte in diesem Rahmen die Forschungspartner in England. „Der Anspruch an die Forschung ist zwar der gleiche, aber in Bristol trifft man im gleichen Gebäude Promovierende und PostDocs aus vielen verschiedenen Arbeitsgruppen. Das bietet die Möglichkeit, sich auszutauschen und vom Potenzial der anderen zu profitieren – gerade, wenn man selbst bei seiner Arbeit vor Problemen steht“, sagt Supreet. 

Nach einem Bachelorstudiengang am Rashtreeya Vidyalaya College of Engineering in Bengaluru (Indien) und seinem Master in Molecular Biomedicine bei Prof. Dr. Anja Bräuer in Oldenburg, fällt es dem jungen Wissenschaftler inzwischen leicht, sich an eine neue Arbeitsumgebung und an einen anderen Alltag zu gewöhnen. In Bristol hieß das für ihn: Nach einem frühen Frühstück möglichst früh ins Labor zu kommen, um die zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich zu nutzen. „Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. James Uney beschäftigt sich mit Stammzellen und Neuroregeneration und hat viel Erfahrung damit, aus künstlich umprogrammierten Körperzellen Zellstrukturen herzustellen, die menschlichen Organen ähneln, sogenannte Organoide“, erklärt Supreet.  

Der Oldenburger Molekularbiologe will mit dieser Technik ein Organoid für einen bestimmten Teil des Gehirns züchten: den Plexus choroideus. Dieses verzweigte Adergeflecht in den Hirnventrikeln produziert Gehirnflüssigkeit und steht in Verbindung mit der Entwicklung von Hirnblutungen, die insbesondere bei Frühgeborenen vorkommen. Das humane Zellmodell soll Supreet dabei helfen, besser zu verstehen, wie solche Blutungen entstehen. „Langfristig könnten sich daraus Präventions- oder Therapieansätze ergeben“, sagt er.

Supreet ist nach Andriana Gialeli bereits der zweite Doktorand aus der Arbeitsgruppe von Heep der im Rahmen der wissenschaftlichen Kooperation der beiden Forschungsgruppen im Rahmen eines Academic Agreements der beiden Universitäten einen Forschungsaufenthalt in diesem Labor verbringt. 

Trotz der herausfordernden Aufgaben, den damit verbundenen Stunden im Labor und am Schreibtisch und den wöchentlichen Online-Treffen mit der Oldenburger Kolleginnen und Kollegen, konnte Supreet auch den Alltag in England kennenlernen. Übers Internet hat er schnell eine Wohngemeinschaft gefunden, gern den Pub in der Nachbarschaft besucht, am Wochenende Billard gespielt und neue Leute kennengelernt „Die Atmosphäre in Bristol und die sehr aufgeschlossenen Menschen dort, die immer gern einen Smalltalk führen, haben es mir leicht gemacht, mich schnell ins Laborteam zu integrieren und in England sogar neue Freunde zu finden“, resümiert Supreet.

Studierenden und anderen Doktorandinnen und Doktoranden kann er deshalb nur empfehlen, Programme etwa vom Deutschen Akademischen Austauschdienst oder Erasmus, in Anspruch zu nehmen und es ihm gleich zu tun. „Ganz ohne Papierkram geht das natürlich nicht, deshalb lohnt es sich, den Auslandsaufenthalt mit etwas Anlaufzeit zu planen“, empfiehlt er. Der Molekularbiologe selbst hat von einer Erasmus+-Förderung profitiert. „Bei der Beantragung hat mich das Team vom International Office der Universität Oldenburg super unterstützt.“

Mit vielen Eindrücken von der Uni in Bristol und auch aus anderen englischen Städten, die er während seines Aufenthalts dort besucht hat, ist Supreet Arabi inzwischen wieder in Oldenburg. Hier arbeitet er intensiv an seiner Doktorarbeit, die er im Frühjahr 2028 abschließen möchte.