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  • Eine Visualisierung des ersten geplanten Gebäudes. Es erstreck sich in die Länge, wobei die untere Etage durch einen Anbau länger ist. Das Erdgeschoss zeigt außen eine grau-blaube Steinoptik, im oberen Bereich wirkt die Fassade außerhalb der Fenstern wie aus Metall. Im ersten Geschoss befindet sich ein erker, der gleichzeitig als Überdachung des Haupteingangs dient. Vor dem Gebäude ist eine große Wiese.

    So soll das erste Gebäude der UMO am Pophankenweg aussehen. Gerber Architekten

Grünes Licht für Baubeginn

Der Haushaltsausschuss des Niedersächsischen Landtags hat heute die Mittel für den ersten Bauabschnitt der Forschungs- und Lehrgebäude der Universitätsmedizin Oldenburg freigegeben. Im Juni sollen die Arbeiten am Pophankenweg beginnen.
 

Der Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Niedersächsischen Landtages hat in seiner heutigen Sitzung die Mittel für den ersten Bauabschnitt der geplanten Forschungs- und Lehrgebäude der Universitätsmedizin Oldenburg (UMO) freigegeben. Im Juni sollen die Bauarbeiten am Pophankenweg beginnen und rund vier Jahre dauern. In dieser Zeit entsteht auf dem 2,2 Hektar großen Grundstück das erste von insgesamt drei Gebäuden. 

Damit schafft die Landespolitik die erforderliche Infrastruktur, um der seit ihrer Gründung vor 14 Jahren stetig wachsenden UMO gerecht zu werden. Ab dem kommenden Wintersemester beginnen erstmals 200 statt bisher 120 Anfänger*innen ihr Humanmedizin-Studium in Oldenburg. Über die verschiedenen Jahrgänge hinweg werden mindestens 1.000 angehende Ärztinnen und Ärzte gleichzeitig in Oldenburg studieren. Um sie optimal auszubilden, beruft die Universität in den kommenden Jahren auch weitere Professuren. Damit steigt der Bedarf nach entsprechenden Flächen für Forschung und Lehre weiter an. 

Die Finanzierung für das neue Labor- und Bürogebäude an der Universität Oldenburg sei ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Ausbau der Medizinischen Fakultät auf 200 Studienanfängerplätze, sagte auch Wissenschaftsminister Falko Mohrs. „Die Universitätsmedizin Oldenburg ist ein zentraler Anker der medizinischen Versorgung und der Gesundheitsforschung im Nordwesten. Der Neubau schafft optimale Voraussetzungen für gute Lehre, moderne Forschung und eine hochwertige medizinische Ausbildung“, so der Minister weiter.

Der erste Bauabschnitt bietet mit 4.000 Quadratmetern Nutzfläche unter anderem Platz für eine Nassanatomie im Erdgeschoss. Ist sie fertiggestellt, können Studierende des 2012 ins Leben gerufenen Modellstudiengangs Humanmedizin erstmals alle Aspekte der anatomischen Lehre vor Ort in Oldenburg erlernen. Bislang müssen die Dozent*innen der UMO mit ihren Studierenden regelmäßig nach Groningen fahren, um dort den Unterricht an Körperspenden durchzuführen. In den drei Obergeschossen über der Anatomie liegen Labore, darunter drei Großraumlabore zur gemeinsamen Nutzung, Büroflächen, Seminarräume und Besprechungsräume. Im Untergeschoss befindet sich ein Fahrradkeller, der auch Ladeflächen für E-Bikes bietet.

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 85 Millionen Euro, von denen die Universität einen Eigenanteil für die Einrichtung der Nassanatomie trägt. Mit dem ersten Bauabschnitt entsteht auch eine Energiezentrale, die perspektivisch alle drei geplanten Gebäude mit Energie versorgen soll. Die Wärmeversorgung erfolgt mit Wärmepumpen. Auf dem neuen Campus wird dazu auf Grundlage eines regenerativen Energiekonzeptes ein Geothermiefeld installiert. 

Der mit 3.400 Quadratmetern etwas kleinere zweite Bauabschnitt, der ebenfalls dringend benötigte Flächen für Forschung schafft, soll voraussichtlich 2028 beginnen und 2031 fertiggestellt sein. Die letzte Bauphase ist für 2029 bis 2032 vorgesehen. In dieser Zeit entsteht ein 5.400 Quadratmeter großes Lehrgebäude für Studierende.