Einsamkeit ist ein unterschätztes gesellschaftliches Phänomen mit weitreichenden Folgen für psychische und körperliche Gesundheit. Der Vortrag beleuchtet Einsamkeit als subjektives Erleben und zeigt, warum nicht die Anzahl, sondern die Qualität sozialer Beziehungen entscheidend ist. Anhand aktueller epidemiologischer Daten werden Verbreitung, Risikogruppen und kritische Lebensphasen dargestellt – ebenso wie die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Darüber hinaus wird erklärt, weshalb der Mensch neurobiologisch besonders empfindlich auf soziale Isolation reagiert und wie Einsamkeit Gesundheit und Lebenserwartung beeinflusst. Abschließend werden wirksame Präventions- und Interventionsansätze aus Medizin, Psychotherapie, Gesellschaft und Politik vorgestellt. Der Vortrag macht deutlich: Einsamkeit ist kein individuelles Versagen, sondern eine gemeinsame gesellschaftliche Herausforderung.
Ein Vortrag von Prof. Dr. Dr. René Hurlemann.