Die Universitätsmedizin Oldenburg besser kennenzulernen – mit diesem Ziel war Gerald Heere, Niedersächsischer Finanzminister, am Freitag zu Gast an der Universität. Er traf sowohl Vertreter*innen des Präsidiums, Mitglieder des Dekanats der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften und der Vorstände der Krankenhäuser als auch Medizinstudierende. Im Klinischen Trainingszentrum zeigten sie ihm, mit welchen Simulatoren sie im Rahmen ihrer Ausbildung medizinische Techniken erlernen.
Prof. Dr. Ralf Grüttemeier, Vizepräsident für Forschung und Transfer, begrüßte den Finanzminister mit einer deutlichen Botschaft: „Jeder Cent, der von Hannover nach Oldenburg fließt, ist ein guter Cent.“ Er bedankte sich noch einmal dafür, dass die Landesregierung 2024 endlich entschieden hat, die Universitätsmedizin Oldenburg (UMO) auskömmlich zu finanzieren.
Das sei ein gutes Investment, schließlich verfolgten Universität und UMO eine klare und vielversprechende Strategie. Das belegte Grüttemeier beispielhaft anhand einiger herausragender Erfolge der jüngeren Vergangenheit: Mit bewilligten 22,5 Millionen Euro gehörte die Universität Oldenburg Anfang vergangenen Jahres zu den erfolgreichsten Universitäten im Wettbewerb um Fördergelder in der Förderlinie „Potenziale strategisch entfalten“ der VolkswagenStiftung und des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Eine zentrale Rolle spielt in den Umsetzungsplänen der Universität gerade auch die Medizin: Sie nutzt die Förderung, um neue Kooperationen innerhalb der Universität zu etablieren.
Auch für das erfolgreiche Abschneiden bei der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern spielt die UMO eine wichtige Rolle. Der bereits zum dritten Mal geförderte Exzellenzcluster Hearing4all ist schließlich an der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften angesiedelt.
Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät, skizzierte die Entwicklung der UMO. Vor knapp 14 Jahren mit gerade einmal 40 Studierenden gestartet, nimmt der Modellstudiengang Humanmedizin im kommenden Wintersemester erstmals 200 Studienanfänger*innen auf. Waren damals nur 20 Professorinnen und Professoren unter den Lehrenden der Fakultät, sind es heute fast 70. Statt ursprünglich drei Master-Programmen bietet die Fakultät heute neun gesundheitswissenschaftliche und medizinnahe Masterabschlüsse an. Im zurückliegenden Jahr wurden von der UMO 22 Millionen Euro an Drittmitteln verausgabt – laut Nothwang eine Steigerung von 20 Prozent.
Ein Problem würden die Verantwortlichen der UMO aber gern zeitnah mit dem Finanzminister lösen: Regelmäßig muss die Universität bisher Umsatzsteuer zahlen, wenn sie Teile der Landeszuweisungen an die Krankenhäuser weiterleitet. Mit diesen Geldern kompensiert das Land unter anderem die Kosten der Krankenhäuser für die praktische Ausbildung der Studierenden. Weil die Universität und Krankenhäuser aber anders als an anderen Standorten rechtlich voneinander unabhängige Institutionen sind, gilt ihre Zusammenarbeit als umsatzsteuerpflichtiger Leistungsaustausch. „Wir müssen also Umsatzsteuer bezahlen, die in die Höhe der Landeszuweisung nicht eingepreist ist“, erklärte Fakultätsgeschäftsführerin Dr. Eva-Maria Silies. Der Finanzminister erklärte sich bereit, zeitnah in den Austausch zu dieser Problematik zu gehen.
Der Kreisverband der Grünen hatte den Besuch des Ministers organisiert. Mit ihm besuchten die Ratsfrauen Ingrid Kruse und Susanne Menge sowie die Landtagsabgeordnete Lena Nzume die UMO.